Der Prozess – nach Franz Kafka

Krystian Lupa (PL)  

HELLERAU
Karl-Liebknecht-Str. 56
01109 Dresden

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Veranstalter: HELLERAU - Europäisches Zentrum der Künste, Karl-Liebknecht-Str. 56, 01109 Dresden, Deutschland

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Veranstaltungsinfos

Sa 01.12. 18 Uhr, So 02.12. 16 Uhr Großer Saal
Eintritt: 23 I 11€

Der Prozess – nach Franz Kafka
Krystian Lupa (PL)

„Krystian Lupa greift auf Kafkas Meisterwerk zu einem Zeitpunkt zurück, in dem in Polen die ultrakonservative populistische Partei von Jaroslaw Kaczynski regiert. Der Prozess erweist sich da als ein Text, der radikal genug ist, um dieser Realität zu begegnen. Eine Inszenierung, in der Fiktion und Reales sich so durchdringen, dass die Bühne zum verstörenden Spiegel wird.“ Maillon, Theater der Stadt Straßburg

„Jemand muss Lügen über Josef K. verbreitet haben, denn ohne etwas falsch gemacht zu haben, wurde er eines Morgens verhaftet“. Dies ist der erste Satz der geheimnisvollsten und provokantesten Geschichte der Weltliteratur. Je weiter wir in die unerbittlichen Sätze einsteigen, desto dunkler wird es … Wir erfahren nie, warum der Protagonist verhaftet wurde und wessen er beschuldigt wird. Wir erfahren auch nie, ob er wirklich unschuldig ist … Er weiß es auch nicht …

Er weiß weniger und weniger, aber er unternimmt verzweifelte Anstrengungen, in einem ungleichen Kampf mit dem Unbekannten … Aber wie kann man die Strategie dieses Kampfes verstehen oder akzeptieren, wenn die Konfrontation beider Seiten unseren Sinn für Logik und Realität untergräbt?

Die unglückliche Realität dessen, was passiert, erlaubt es uns nicht, draußen zu stehen und erinnert an beunruhigende persönliche Analogien …

Ich bin es, wir sind es – WIR SIND GEFANGEN …

Wir befinden uns auf einer Reise, auf einem lästigen Flug in eine dunkle ABSURDITÄT, in einem absurden Dialog mit dem Mann auf der anderen Seite, der seltsamerweise den Absurditäten und Dialogen in unserer gegenwärtigen polnischen Realität nahe steht …

Krystian Lupa, der Regiemeister des polnischen Theaters, insbesondere bekannt geworden durch seine intensive Beschäftigung mit den Texten von Thomas Bernhard, hat sich nun zum ersten Mal mit dem Roman „Der Prozess“ von Franz Kafka auseinandergesetzt. Die Geschichte der Inszenierung spiegelt in besonderer Weise die gegenwärtigen politischen Verhältnisse in Polen, die sich auch auf die Kunst- und Kulturszene auswirken. Nach der Adaption des Romans für sein Ensemble im Theater Polski in Wroclaw, begann Lupa im Frühjahr 2015 mit den Proben. Er konnte jedoch aufgrund des Wechsels an der Theaterspitze, die im Einklang mit der ultra-konservativen Regierung in Warschau agiert, seine Inszenierungsarbeit nicht fortsetzen. Mit Hilfe und Unterstützung von mehreren Theatern in Warschau und aus dem Ausland konnte er nach einer Pause schließlich die Proben zu Ende führen und im Herbst 2017 die Premiere am Nowy Teatr in Warschau herausbringen. Sein „Prozess“ trägt noch immer die Narben dieser Inszenierungsgeschichte.

Polnisch mit deutschen Untertiteln und englischen Übertiteln

Dauer: ca. 5 Std., 2 Pausen

Gefördert durch die Bundeszentrale für politische Bildung, das Adam-Mickiewicz-Institut und die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushalts.

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